Im Rahmen der Unterrichtsreihe „Raumplanung“ begab sich der Erdkunde Leistungskurs der Jahrgangsstufe 12 auf eine Exkursion zum größten Brückenbauprojekt Europas, der Hochmoselbrücke bei Zeltingen-Rachtig. Diese ist Teil des Hochmoselübergangs, welcher die belgischen Nordseehäfen mit dem Rhein-Main-Gebiet verbinden soll.
Um 10.30 Uhr begann der Ausflug am Brückenkopf der Hunsrückseite. Von dort aus begaben wir uns zu Fuß in die alte Grundschule des Weinortes Erden  um uns mit Frau Weidemann, einem Mitglied der Bürgerinitiative, zu treffen. Schon seit dem Planungsbeginn 1968 gibt es die Bürgerinitiative, die sich gegen das Mammutprojekt einsetzte und trotz des Baubeginns 2008 weiter kämpft. Im Rahmen des Gespräches vermittelte uns Frau Weidemann Einblick in die Arbeit der Bürgerinitiative und erläuterte uns die negativen Auswirkungen des Bauvorhabens. So rechnet die Bürgerinitiative u.a. mit rückläufigen Touristenzahlen durch Zerstörung zahlreicher Wanderwege  im Naherholungsgebiet „Moselsporn“. Auch sieht sie die Stabilität der Brückenpfeiler auf der Seite des Geröllhangs, Ürziger Seite, durchaus kritisch.
Nach einer kurzen Mittagspause begaben wir uns durch eine idyllische Weinlandschaft den Gleithang hinauf. Durch die gute Aussicht in das Moseltal wurde die Gelegenheit genutzt, die naturräumlichen Gegebenheiten und die Raumnutzung der Umgebung in Augenschein zu nehmen.
Nach Rückkehr an die Baustelle begrüßte uns Herr Wacht, der zuständige Bauleiter des Landbetriebs „Mobilität Rheinland-Pfalz“. Dieser stellte uns in einer Präsentation das Bauprojekt im Rahmen des Ausbaues der „B50 neu“ vor. Schwerpunkt waren hierbei die entstehenden Betroffenheiten sowie die oftmals kritisierte Statik am Prallhang, Ürziger Seite. Es wurde versichert, dass, entgegen jeglicher Befürchtungen, die Brücke auch bei Erdrutschungen nicht einsturzgefährdet sein wird. Dies erklärt Herr Wacht mit Haftreibungen und zusätzlichen Stützen, die eingebaut werden.
Im Anschluss hatten wir die Möglichkeit, die Baustelle aus nächster Nähe zu besichtigen. Gemeinsam mit Herrn Wacht betraten wir den Brückenbau. In mehr als 100m Höhe befand sich die derzeitige Spitze der Brücke. Hierbei wurden die Dimensionen des Bauwerks deutlich. Imposant ist unter anderem die Stabilität der Pfeiler, obwohl diese innen hohl sind. Ein Pylon wurde errichtet, um ein Absinken des vorderen Brückenabschnittes zu verhindern. Dieser wiegt 1000t und wird nach Bauende wieder abgebaut. Später wird die Fahrbahn mit Windschutzvorrichtungen verkleidet und die Anfälligkeit gegenüber starken Böen und Resonanzschwingungen zu minimieren.
Alles in allem ergab sich ein positives Gesamtbild des Großprojektes, nicht zuletzt durch die vielseitigen Möglichkeiten, den betroffenen Naturraum durch Grünbrücken o. ä. weitestgehend zu schützen.

Mit diesem neu angeeigneten Wissen verabschiedeten wir uns von Guido Wacht und begaben uns wieder auf den Rückweg nach Konz.

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