„Löcher“ als Musiktheater des Gymnasiums Konz

Was hat ein Wüstencamp, in dem straffällig gewordene Jugendliche Löcher graben müssen, mit einer Banditin zu tun, die einen Sheriff umgebracht hat, den sie für die Ermordung ihrer Freundin verantwortlich macht? Was ein Erfinder, der ein Mittel gegen Fußschweiß entwickeln will, mit einem Jungen, der jeden Tag ein Schwein einen Berg hinaufträgt, um seine Liebste für sich zu gewinnen? Was die Zwiebeln, die zwei Jungen in der Wüste das Leben retten, mit den Zwiebeln, die zwei Männer ihren Frauen aus dem Krieg schicken, um sie über ihre Abwesenheit hinwegzutrösten? Diese „Löcher“ der Handlung werden z.T. nach den Angaben des Romanautors Louis Sachar gefüllt, z.T. in einer eigenen Konzer Interpretation, die vor allem dadurch geprägt ist, dass von Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums komponierte Lieder die oft extremen Gefühlslagen der Figuren genauer erkunden und ausleuchten. Im Mittelpunkt des dramatischen Geschehens stehen zwei Familien, deren Geschichte über mehrere Generationen hinweg verfolgt wird. Das Schicksal dieser beiden Familien ist dadurch unheilvoll miteinander verknüpft, dass ein Versprechen, gebunden an ein altes lettisch-jiddisches Lied, nicht gehalten wird. Aber man sieht sich bekanntlich immer zweimal im Leben und wenn nicht man selbst, dann die, die nach einem kommen. Der Ort dieser Zweitbegegnung ist Amerika, wohin es Nachfahren beider Familien verschlägt. Die Zuschauer dürfen sich auf eine Handlung freuen, die an dramatischer Zuspitzung: Liebe, Hass, Fanatismus, Wahnsinn, Rache etc. nichts zu wünschen übrig lässt und Raum gibt für menschliche Verfehlung, Bewährung oder Läuterung. Die Radikalität des Geschehens spiegelt sich in einer großen emotionalen Intensität der Musik.

Die Aufführungen finden statt am 5. Juli um 19:30Uhr und am 6. und 7. Juli um 18:00 Uhr im Bürgerhaus in Wiltingen.

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