Die Reportage über den Besuch unserer Schülerinnen und Schüler ist online.  Der Link befindet sich am Ende des Artikels.

10er Klassen besichtigen Verdun ober- und unterirdisch. Die jährliche Tagesexkursion der 10. Klassen zu den Schlachtfeldern des 1. Weltkrieges stand in diesem Jahr stand in diesem Jahr unter dem Eindruck der hundertsten Wiederkehr der Schlacht von Verdun. Zehn Monate lang dauerte 1916 der Grabenkampf um die Lothringische Stadt Verdun, in dem 370.000 französische und 340.000 deutsche Soldaten ihr Leben ließen.

Unsere Tagesfahrt führte in zwei Bussen zum Fort de Vaux, einem Außenposten des Befestigungswalles um Verdun, und zur Butte de Vauquois, einem Grabensystem in der Nähe des kleinen Dorfes Vauquois. Die geführte Besichtigung des Fort de Vaux machte deutlich, welche Vorkehrungen die Franzosen schon in den Jahren vor dem Krieg für einen weitern Waffengang getroffen hatten: meterdicke Festungswände und durch Stahlbeton verstärkte Decken sollten die Besatzung schützen, deren Aufgabe es war, die westlich gelegene Woëvre-Ebene mit der damals nur 12 Kilometer entfernten deutschen Grenze zu kontrollieren. Nach einer kurzen Einführung in die geografischen Verhältnisse bekamen die Schüler einen guten Einblick in den Alltag der Festungsbesatzung. Einen tieferen Einblick bekamen sie jedoch "im Bauch" der Festung: Hier kämpften Anfang Juni 1916 die Deutschen gegen die Franzosen in den unterirdischen dunklen Gängen miteinander, nur vom Schein explodierender Handgranaten erhellt. Doch die Eroberung des Forts am 7. Juni durch deutsche Truppen war nur ein sehr teuer bezahlter Teilerfolg.

Einen anderen Schauplatz des Gemetzels konnte die Schülergruppe am Nachmittag in Vauquois erleben. Hier hatten deutsche und französische Truppen versucht, die jeweiligen Stellungen des Gegners in dem auf einem Hügel gelegenen Dorf zu untergraben und in die Luft zu sprengen. Im Zug der Operation sprengte eine deutsche 60-Tonnen-Mine den halben Hügel und damit das Dorf weg. 108 Menschen fanden dabei den Tod. Noch heute kann man die Mondlandschaft mit dem 20 Meter tiefen Krater sehen.

Für den Verein "Les Amies de Vauquois et sa Règion" führte Pierre Lenhard die Schüler in perfektem Deutsch durch die Schützengräben zum Eingang des unterirdischen Grabensystems. Bis zu 14 Metern unter der Erde konnten sie sich so einen Eindruck vom wochenlangen Alltag der Soldaten auf beiden Seiten machen: acht Stunden graben, acht Stunden kämpfen, acht Stunden schlafen. Der erste Weltkrieg war plötzlich sehr nahe.

Zum Schluss waren alle wieder froh, an der Oberfläche zu sein und sogar die Sonne zeigte sich. Rückblickend war es eine Studienfahrt, die zum Nachdenken anregt. Vier Jahre Krieg, vier Jahre beispielloser Einsatz von Menschen und Material - was bleibt davon hundert Jahre später?

PS: Der französische Fernsehsender FR3 hat von unserem Besuch in Vauquois eine kurze Reportage gedreht. Sendetermin: Sonntag, 21. Februar 2016. :

france3_regions.francetvinfo.fr/lorraine/emissions/emission-speciale-centenaire-de-la-bataille-de-verdun (ab Minute 26)

 

Go to top